Das Wasserbettenproblem

Jeder kennt sie, doch kaum jemand hat eines. Die Rede ist vom Wasserbett.
Wodran liegt das, wo doch ein Wasserbett so unbeschreibliche Vorteile hat, die andere Betten nicht bieten.
So etwa das kuschelig anschmiegsame Gefühl, wenn man sich darauflegt, oder die sanft schaukelnden Bewegungen die das Einschlafen erleichtern, oder das kraftspaarende Mitwippen bei längeren heftigen Bewegungen.

Die Nachteile liegen dagegen nicht so klar auf der Hand.
Der größte Nachteil dürfte die hohe Rechnung der Wasserwerke sein, da der wöchentliche Wasserwechsel (sonst sterben die kleinen Fische im Bett zu schnell) ungeahnte Wassermengen verschlingt. Auch das Auslaufrisiko muß bedacht werden, ja es sieht sogar so aus, daß nur wenige Wasserbetten den doch für sie im wahrsten Sinne des Wortes harten Winter nicht überstehen. Und dann hat man im Frühjahr, sobald die Schlafzimmertemperaturen wieder über Null Grad steigen, eine große Pfütze und ein schlaffes Bett, sozusagen der Übergang vom Wasserbett zum Wasserschlafzimmer (eine Alternative die man überdenken kann: das Ganz-Wasser-Schlafzimmer).
Kaum ein Wasserbett ist diesen Anforderungen, die an seine Außenhaut gestellt werden, gewachsen.
Im Herbst, während das Bett zufriert, kommt es durch die Ausdehnung des Eises zu kleinen Rissen, vor allem an den Seiten der Betthülle. Wenn man sich dann mit dem Föhn eine Liegemulde schmilzt, kommt es zum Glück meist noch nicht zu Komplikationen, da wie gesagt die meisten Risse an der Seite liegen.
Das Einfüllen von Frostschutzmittel schafft hier wenig Linderung, da die meisten der verwendeten Mittel die Betthülle kurzerhand auflösen und somit den Prozeß höchstens beschleunigen. Außerdem würde man damit auch die vielen kleinen Bewohner des Bettes töten, da die wenigsten dieser Fische den einheimischen Gewässern entstammen und so keine "natürlichen" Abwehrkräfte gegen die Chemikalien mitbringen.

Ein möglicher Ausweg bestünde im Austsauschen des Wassers gegen eine andere Flüssigkeit, wie etwa Salatöl. Abgesehen vom doch recht hohen Preis verbleibt das Problem des Ölwechsels, der in regelmäßigen Intervallen durchgeführt werden muß. Welche Werkstatt hat schon eine Hebebühne für Betten? Wie bekomme ich das Bett in die Werkstatt? Wenn wir den Ölwechsel selber durchführen wollen stehen wir vor dem Entsorgungsproblem: Wohin mit dem ranzigen Altöl?

Außerdem ist ein Ölbett nur der halbe Spaß, da man nicht in den schlaflosen Nächten den kleinen Fischen zusehen kann (Fischezählen ist viel besser als Schafezählen!).