Bemerkungen über den Flamer

D. M. Reckel, I. Zoologisches Institut, Georg-August-Universität, Göttingen

Der Flamer gehört im Gegensatz zum Quoter, bei dem die Verwandtschaftsbeziehungen nicht eindeutig feststellbar, und so die Artzugehörigkeit nicht gesichert ist, der Art Homo sapiens an, wobei er die Unterart H.s.flamensis bildet, die sich durch einen Defekt in der Nebeniere, als Morbus Flamensis bezeichnet, von H.s.sapiens unterscheidet. H.s.flamensis produziert im Mark der Nebeniere ständig höhere Mengen an Adrenalin als physiologisch normal ist, das dann in die Blubahn abgegeben zu einer verstärkten Reizbarkeit gegenüber H.s.sapiens führt. Diese Reizbarkeit wird deutlich, sobald dem Flamer etwas nicht gefällt. Dann kommt es bei ihm zu heftigsten Wiederspruchsreaktionen, die in Wutausbrüchen gipfeln können, und als Flames bezeichnet werden. Diese sind auch für die Namensgebeung verantwortlich.

Da diese häufig auftretenden Reaktionen auch bei der Umwelt zu Reaktionen, allerdings in weit zivilerem Rahmen und mit deutlich höherer Reizschwelle, führen, gibt es auch beim Flamer alle Übergänge zwischen Nicht-Flamer (besonders in Gebieten Norddeutschlands durch die niedrigere Körpertemperatur verbreitet), Manchmal-Flamer (es kommt zu gelegentlichen gemäßigten Wiederspruchsreaktionen) und Voll-Flamer (fast keine anderen Äußerungen an die Umwelt als Flames, oft auch einfach als "Mister Minus" wegen der ausschließlich negativen Äußerungen bezeichnet).

Während es beim Voll-Flamer durch abweisende Haltung der Umwelt zur Vereinsamung mit anschließendem Siechtum kommt, wir der Manchmal-Flamer zwar von einigen Teilen der Bevölkerung gemieden, hat aber durchaus noch als ausgedehnt zu bezeichnende Kontakte zu seiner Umwelt. Bei ihm halten sich auch die durch die dauernd erhöhte Adrenalin-Konzentration hervorgerufenen Hirnschäden in Grenzen, so daß die Wiederspruchsreaktionen nicht der argumentativen Hieb- und Stichfestigkeit (zumindest von seinem Standpunkt der Betrachtung) entbehren, was beim Voll-Flamer schon häufiger der Fall ist. Beim Voll-Flamer werden während der Flames alle seine Lebenskrisen in die Argumentation mit einbezogen, die somit an Durchschaubarkeit und argumentativem Halt verliert. Er selber bemerkt dieses nicht, da er sich währenddessen in einer Art Rauschzustand befindet, der durch eine verstärkte Endorphinausschüttung hervorgerufen wird. Diese Endorphine sind auch der Grund für die immer stärker und häufiger auftretenden Flames, da eine Endorphinsucht entsteht, die nur über eine längere Entziehungskur mit anfänglichen Morphium-Gaben behandelt werden kann.

Beim Manchmal-Flamer ruft die Endorphin-Ausschüttung zwar auch Rauschzustände hervor, da aber die Konzentrationen hierbei deutlich geringer sind, führen sie nur in wenigen Fällen zu einer weiteren Steigerung der Symptome und damit zu einer Entwicklung zum Voll-Flamer. Beim Fast-Nie- und Wenig-Flamer besteht dementsprechend auch nur ein sehr geringes Risiko zu einer Verschlechterung des Zustandes.