Aufdeckung des perfekten Mordes

Was ist ein perfekter Mord?

Nun, halt ein Mord, bei dem man den Täter nicht überführen kann. Dies zu erreichen gibt es verschiedene Wege. Und bekanntlich führen alle diese nach Rom. Dort findet sich zwar nicht die Zentrale - aber doch die größte Zweigniederlssung Europas - einer Firma, die sich voll und ganz dem Mord verschrieben hat. Jeder weiß natürlich schon, wovon die Rede ist - die Mafia.

Die Mafia konnte nur deshalb so groß und erfolgreich werden, weil sie es auf verschiedenste Weisen schaffte, die von ihr ausgeführten Morde nur perfekt zu gestalten.

Keine Zeugen, kein Täter, ja nicht einmal ein Opfer!

Und wo wir weder Zeugen, noch Täter und gar kein Opfer finden, da sucht auch niemand nach einem Motiv.

Betrachten wir die Faktoren der Reihe nach.
Die Zeugen.
Gab es Zeugen werden sie zu Opfern und fallen deshalb als Zeugen nicht mehr ins Gewicht.
Die Täter.
Hat jemand etwas gesehen? Gibt es Hinweise auf ein Verbrechen? Nein, dann gibt es doch auch keine Täter. Damit wären auch die Täter vom Erdboden verschwunden.
Die Opfer.
Tja, dies ist wohl das größte Problem, denn schließlich stellt dies die größte Gruppe dar. Die Täter kann man ja recyceln, bei den Opfern wird dies schon schwieriger. Und schließlich wird diese Gruppe durch die soziale Integration der Zeugen um eine Größenordnung vergrößert.

Spielen wir mal einen solchen Fall durch.
Der Mörder M bringt am Tag X das Opfer O vor den Augen der Zeugen Z, E und U um. Die Zeugen werden zu seinen nächsten Opfern, womit die Zahl der Toten bei vier angekommen ist.
Nun stellt sich das Problem: Wohin mit den Leichen?
Hier muß nun ein Täter gleich vier Opfer beseitigen. Die altbekannte Methode mit dem Betonklotz an den Füßen ist heute nicht mehr zeitgemäß, da die Gewässer auch schon ohne solchen Unfug stark belastet sind.
Und da heutzutage auch nicht mehr an jeder Straßenecke ein öffentliches Gebäude gebaut wird, dessen Grundstein man mit den Leichen füllen kann müßten neue Methoden zur Altlastenbeseitigung gefunden werden. Am besten wäre es, wenn man die Leichen in eine unverdächtige Form überführen könnte. Wenn diese Form dann auch noch eine komerzielle Weiterverwertung zu einem gewinnbringenden Konsumgut ermöglicht, um so besser.

Um eine möglichst auch noch gewinnbringende Leichenbeseitigung, die auch im großen Stil möglich sein soll, zu bewerkstelligen nimmt man die Weiterverarbeitung zweckmäßigerweise in einer Fabrik vor. Die Produkte dieser Fabrik müßten dabei so beschaffen sein, daß die mit dem Mord einhergehenden Spuren nicht auffallen und als normale Verschmutzungen abgehandelt werden können.

Was würde sich hier besser anbieten als eine Marmeladenfabrik?
Die Blutflecken werden von den Reinigungskräften mit der täglichen Routine von Erdbeermarmelade beseitigt. Zur Beseitigung der Leichen bedient man sich auch des alten "Leiche in der Badewanne mit Säure übergießen"- Tricks. Die Leichen werden in Containern mit Säure übergoßen, der schleimige Rückstand wird dann der Marmelade beigegeben.
Wie das? Das müßte doch auffallen.
Tut es nicht, es gibt sogar einen besonderen Begriff für diesen Rückstand: Säuerungsmittel. Wenn wir uns ein Marmeladenglas betrachten, so werden wir ihn unter den Zutaten aufgeführt finden.
Dies Säuerungsmittel wird also mit den Früchten zusammen in die Kessel gegeben. Evtl. zurückgebliebene harte Bestandteile, wie etwa nicht vollständig aufgelöste Knochen können immer noch als Kirschkerne oder Aprikosenkernsplitter ausgegben werden.
Leider kommt es bei der großtechnischen Leichenbeseitigung immer wieder zu einer nur unvollständigen Auflösung, wodurch sich im Kessel mit dem Säuerungsmittel die Bestandteile der ehemaligen Leichen in verschiedenen Schichten, entsprechend ihrer Herkunft, anordnen. Die unterschiedliche Farbgebung dieser Schichten (Kirschrot aus Blut, Himbeerrot aus Muskeln, Aprikosengelb aus Darm und Infektionsherden, Heidelbeerblau aus Gehirn und Nerven, etc.) schränkt ihre Verwendung ein, so daß das Säuerungsmittel nach Schichten getrennt verarbeitet werden muß.

Im Marmeladenkessel wird dann die Marmelade gekocht, wobei immer wieder ein festerer Kesselsatz entsteht, der recht fruchthaltig ist. Dieser wird an die Joghurt-Industrie weiterverkauft, wo sie als "Fruchtzubereitung" in Fruchtjoghurts anzutreffen ist.

Wenn Sie also das nächste mal Fruchtjoghurt essen, verzichten sie bitte aus Gründen der Pietät auf das Umrühren und lassen Sie die Toten in Frieden ruhen!