Datenverlust durch Rattenfraß

Vor Kurzem habe ich mir eines der neuen 3,5"-TEAC-Laufwerke angeschafft, die durch ihre besonders große Akzeptanz an verschiedenen Speichermedien-Qualitäten bekannt sind.
Ein Kollege sagte mal "Die Formatieren auch Toastbrote...", so daß ich auch dies überall in der praktischen 22-er Packung erhältliche Speichermedium ausprobierte. Und tatsächlich, die eingeschobenen Scheiben Butter-Toast wurden anstandslos akzeptiert. Damit ist nach der Zeit der "spanabhebenden Datenverarbeitung" nun die Zeit der "krümelnden Datenverarbeitung" erreicht. Die Toast-Disks haben zwar eine Größe von 3,65", sie passen aber wegen ihrer Struktur ohne Probleme auch in die handeslüblichen 3,5"-Laufwerke.

Der Vorteil dieser neu entdeckten Speichermedien ist ihre allgegenwärtige Verfügbarkeit und ihr günstiger Preis (bei Markenware etwa 1,90 DM für einen 22-er Pack (No-Name-Produkte sind auch schon unter 1.- DM bei gleicher Packungsgröße zu erhalten). Auch die Datensicherheit erwies sich in den ersten Tests als den herkömmlichen Scheiben nicht unterlegen. Die für die verschiedensten Ansprüche angebotenen Varianten wie Vollkorn-Toast für den alternativen User, Butter-Toast für schlecht geschmierte Laufwerke, Sonnenblumen-Toast für den besseren Teint des Users etc. runden die bisher erhältlichen Speichermedien auf eine erfreuliche Weise ab. Nur von der Verwendung von getunten Scheiben wie etwa Marmeladen-Toast ist abzuraten, da die meisten Laufwerke hierfür noch nicht ausgelegt sind.

Ein weiterer Vorteil der Toast-Scheiben liegt in der Möglichkeit die Datenkompression, die bisher immer Rechenzeit des Rechners belegte, außerhalb des Laufwerkes vorzunehmen. Dies ist durch die besonders flexibele und kompressibele Struktur der Scheiben möglich. Dazu ist nur die Anschaffung eines kleinen Verdichters nötig, der jedoch in den meisten Werkzugkisten, die an sich in jedem Haushalt vorhanden ist, schon enthalten ist, nötig. Dieser trägt den populären Namen Hammer, wird aber inzwischen in einem Sonderformat auch unter der Bezeichnung Toasto-Mechano-Daten-Kompressor angeboten. Auch die Dekompression ist mit einfachsten Mitteln möglich. Die einzigen hierzu nötigen Mittel sind eine kleine, flache Schale und eine entsprechende Menge an Wasser (hierbei empfiehlt sich wegen der hohen Agressivität dieser Chemikalie die Benutzung von Schutzkleidung).
Gegenüber den herkömmlichen Dekompressionsverfahren hat dies die einzigartige Möglichkeit der Dekompression mehrerer Disks in einem synchronen Arbeitsgang.

Das einzige Problem, das bei der Nutzung von Toast-Disks gelegentlich auftritt, ist die durch die beschränkte Haltbarkeit (siehe Packungsaufdruck) bedingte Beachtung der Lebensdauer. Nur bei der Verwendung besonderer Konservierungsverfahren können die Toast-Scheiben zur langfristigen Datensicherung benutzt werden. Wird ohne ein solches Verfahren zufälligerweise die Lebensdauer überschritten muß mit geringen Datenverlusten gerechnet werden, da die einsetzende Schimmelbildung das Lesen der Daten erschwert.

Ein anderes Problem ist die sichere Aufbewahrung der Daten. Sie sollten unbedingt in einem vor Tierzugriff gesicherten Behälter verstaut werden, da es sonst durch weggefressene Stellen evtl. zu irreparabelem Schaden an den Daten kommen kann.
So auch bei mir, da ich es an der nötigen Sorgfalt mangeln ließ. Es kam also dazu, daß die bei mir in der Wohnung gelegentlich einfallenden Rattenhorden Bestände von mehreren MB an Daten und Programmen förmlich aufgefressen haben. Ähnliches wurde mir auch von anderen Usern berichtet, so etwa vom SYSOP@ASCO.ZER, bei dem dadurch Programmfehler in der betriebenen Box auftraten, die zu einem Umleiten der /T-Netz-Bretter in das /Unzustellbar führten. Die dadurch aufgetretenen Datenverluste an seiner und den von Ihm geservten Boxen konnten sich im Laufe zweier Wochen ins Unvorstellbare entwickeln, da sie nicht offensichtlich waren.

Summa summarum bieten sich bei der Verwendung der neuen Toast-Disketten bisher ungeahnte Möglichkeiten, vor allem für finanzschwache User.