Der Blockfisch - eine Untersuchung über eine unbekannte Tierart

D. M. Reckel, I. Zoologisches Institut, Georg-August-Universität Göttingen

Der Blockfisch (lat.: Perca quadratoris) ist eineinheimischer Fisch aus der Familie der Barsche (Perciformis), der aber trotzdem in keinem Buch über die deutsche Gewässerfauna zu finden ist. Seine versteckte und überwiegend nächtliche Lebensweise am Grunde von Gewässern hält ihn vor dem Auge des Beobachters verborgen. Trotzdem kennen wir ihn alle, wenn auch meistens im Jugendstadium. Jeder von uns wird ihn schon einmal auf dem Teller gehabt haben, wenn er eine Packung mit "paniertem Seelachsfilet" geöffnet hat. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Seelachs (es fängt damit an, daß er ja sonst auch die Herkunftsangabe tragen müßte, z.B. Jamaikanischer Überseelachs) sondern um den flossenlosen und grätenarmen Blockfisch. Früher lebte er weitverbreitet am Gewässerboden in selbstgemauerten Steinverstecken, im Zuge der fortschreitenden Umweltzerstörung und Gewässerverschmutzung ist er aber jetzt fast nur noch in Pappverstecken anzutreffen, in denen er in sogenannten Gebinden haust, die mit Kleinfamilien zu vergleichen sind. Dabei findet eine strenge Trennung von Alt- und Jungtieren statt, so daß man fast nie verschiedene Altersstufen im selben Gebinde trifft.

Das Vorkommen des Blockfisches ist heutzutage auf wenige Gewässer beschränkt und ihre Position ist nur wenigen Eingeweiten bekannt. Trotzdem werden die Vorkommen des Blockfisches gnadenlos ausgebeutet, hier ist an vorderster Spitze Käptn Iglu zu nennen, der es immer wieder schafft mit seinem Boot fast alle der Pappverstecke vom Boden der Gewässer abzusammeln. Sie werden dann als paniertes Seelachsfilet von etwa 8 * 15 cm Größe, oder, wenn es sich um die Jungen handelt, als sogenannte Fischstäbchen, in den Handel gebracht. Die nicht schuppige, sondern körnige Haut wird werbewirksam als Panade bezeichnet, obwohl sie damit keine strukturelle Ähnlichkeit hat, und sich in ihr auch gefährliche Mengen diverser Alkaloide anhäufen können, die bei den Konsumenten Zustände von Enthemmtheit bis hin zu Wahnvorstellungen und Phantastereien hervorrufen können.

Die Pappverstecke, die sich die Tiere bauen, werden ihnen zum Verhängnis, sobald Käptn Iglu mit seinem Boot den Gewässerboden absucht. Mit ihrem trägen, flossenlosen Körper können sie sie nicht schnell genug verlassen und werden so in das Boot befördert, wo sie meist direkt in eine Kühlkammer gesteckt werden. So ersticken die Tiere jämmerlich, meist schon lange bevor sie heruntergekühlt sind. Die Verstecke werden danach nur noch mit Falschinformationen bedruckt und in den Handel gebracht. Nur wenn der Blockfisch für die Verwendung in Großküchen bestimmt ist werden die Tiere weiterhin im Wasser und am Leben erhalten. In den Großküchen beraubt man sie dann auch noch ihres Versteckes und hält sie in Großgruppen in speziellen Aquarien. Zur Zubereitung wird dann das Wasser einfach gegen heißes Fett ausgetauscht und die Blockfische sterben so recht schnell in diesen Durchlaufbrätern.

Wenn Sie wieder einmal vor einem Einkaufsregal stehen, denken Sie an die brutale Art und Weise des Fanges und ihre Weiterbehandlung. Denken Sie aber auch an die Gefahren, die Ihnen durch den Genuß von Blockfisch drohen.