Wo man mich im Urlaub treffen kann:

Früher fand man mich regelmäßig in Spanien, und zwar in einem kleinen Fischerdorf an der Mittelmeerküste namens "L´Ampolla" im Süden der Provinz Tarragona. Dies ist ein malerisches Dörfchen, das sich zwar inzwischen auch um den Tourismus bemüht, durch eine hohe Anzahl an spanischen Touristen aber nicht tourisitsch wirkt.
Tagsüber ist dort Strandleben angesagt, am besten fährt man nach Cap Roig, ca. 2 km nördlich, denn dort ist richtig was los. Am späten Nachmittag und abends trifft man sich dann an der Bar des Campingplatzes San Jordi, wo es einem passieren kann, daß an einem Tisch mit 12 Personen 6 Konversationen in 5 Sprachen laufen.
Nachdem man sich dort mit Bier genügend angeheizt hat verschwindet man dann in die Disco, die gerade am angesagtesten ist, oder in die, die gerade nicht abgefackelt wurde.
Aber da ich inzwischen privat und dienstlich schon über 60 mal in Spanien war habe ich mich nach anderen Urlaubszielen umgesehen.

Seit 1993 mache ich meinen Urlaub wann immer möglich in Mittel- und Südamerika, und zwar auf der Suche nach den Lebensräumen der Pfeilgiftfrösche, die mich auch zuhause faszinieren. Immer dabei ist der Fotoapparat, damit ich anschließend kleine Diavorträge halten kann, so daß auch diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben in diese Länder zu reisen, die Biotope ihrer Lieblingsfrösche näher kennenlernen können.

Begonnen habe ich mit einem 7-wöchigen Urlaub in Costa Rica, wo ich jede Menge Fotos gemacht habe, davon allerdings die wenigsten von Fröschen. Da Costa Rica sehr klein ist (in etwa so groß wie Niedersachsen) konnte ich in der Zeit fast durch das gesamte Land reisen, habe mich jedoch die meiste Zeit im Süden der Karibikküste aufgehalten. Die Pfeilgiftfrösche, die ich dort beobachtet habe waren

der "Goldbaumsteiger" (Dendrobates auratus, links) und das "Erdbeerfröschchen" (Dendrobates pumilio, rechts) (Abbildungen zeigen Farbformen aus Panama)

Danach habe ich zweimal "Venezuela" bereist, einmal für 3 Wochen und einmal für 4 Wochen. Hierbei habe ich allerdings nur eine Region Venezuelas gesehen, den oberen Orinoco (Provinz Amazonas). Die erste Tour führte mich zweimal zum Autana-Tepui, dem heiligen Berg der Piaroa-Indianer, in deren Dörfern man übernachtet wenn man auf Tour ist.
Die zweite Tour führte zum Cerro Yapacana, einem Halb-Tepui in einer fast menschenleeren Gegend. So ist es erklärlich, daß wir (ein Indianer, ein nicht-indianischer Venezolaner und ich) für 10 Tage nicht in Dörfern übernachteten, sondern uns unsere Unterkünfte selber bauten, einfach deshalb, weil es kein Dorf gab.
Je nach Region findet man in Venezuela vom "Gelbgebänderten Pfeilgiftfrosch" (Dendrobates leucomelas) unterschiedliche Farbformen, die teilweise nur wenige Kilometer voneinander entfernt vorkommen, während sich andererseits über größe Distanzen nur eine Farbform nachweisen läßt.

Anschließend war ich für 2 Wochen in Ecuador und hier muß ich sagen daß mich dieses Land bisher am meisten begeistert hat. Es ist recht übersichtlich (zumindest so klein, daß man bequem in einem Tag von eigentlich überall die Hauptstadt kommt) und bietet dabei eine derartige Vielfalt an Landschaften bei einer Vielzahl verschiedener Klimaregionen. Hier habe ich hauptsächlich nach "Dendrobates histrionicus" gesucht, ihn aber nur an zwei Stellen entdecken können.

Der "gepunktete Baumsteiger" (Dendrobates histrionicus) und die Flagge von Ecuador

Mein letzter Tropenurlaub führte mich dann nochmal für 3 Wochen nach Costa Rica, wobei ich mir nur die Orte herausgepickt habe, die mich beim ersten Mal am meisten beeindruckten. Diesmal war ich im Gegensatz zu den anderen Urlauben nicht nur mit einer Fotokamera, sondern auch mit einer Videokamera unterwegs und habe mich hauptsächlich dem Filmen von "Erdbeerfröschchen (Dendrobates pumilio)" gewidmet, wobei ich an der Karibikküste 5 verschiedene Farbvarianten filmte. Das Problem dabei war der nicht zu unterschätzende Tremor, den man entwickelt, wenn sich die 20. Mücke auf dem Kameraarm niederläßt und genüßlich ihr Mahl beginnt. Von daher werden sich aus den ca. 5 Stunden Material vermutlich nur 30-40 Minuten brauchbares Material heruasschneiden lassen. Für das nächste Mal bin ich schlauer und werde nur noch mit Einbein-Stativ filmen.

Tja, und irgendwann zieht es einen dann wieder zu den Stätten alten Urlaubsschaffens zurück und man macht den Urlaub wieder in Spanien...