Tips und Tricks im Urwald:

Wer sich selber mal in den Urwald Mittel- und Südamerikas aufmachen möchte, den kann ich nur ermuntern, es ist ein Erlebnis, das unvergleichlich ist. Grundsätzlich ist zu sagen, daß man nicht erwarten sollte, daß es im Urwald nur so wimmelt und aus jeder Ecke gleich ein Tier auf einen zugesprungen kommt. Obwohl... manchmal...

Nun ja, das einzige, von dem es im Dschungel wimmelt, sind Insekten. Von denen hat man es am meisten mit Moskitos zu tun, zumindest solange man sich bewegt oder stillsteht, an zweiter Stelle kommen die Ameisen, und die können auf die Dauer noch unangenehmer werden.
Gegen Moskitos hilft zunächst mal die richtige Kleidung. Und wer jetzt sagt langes Hemd lange Hose hat vielleicht recht, aber nur wenn das Material stimmt. Als Hose nehme ich immer eine amerikanische Armeehose, die moskitodichtes Gewebe hat und sich über den Stiefeln zuschnüren läßt.
Jetzt kommt aber in der Regel kein langärmeliges Hemd, sondern, wenn es nicht gerade mit der Machete durch ein wegloses Gebiet geht, ein T-Shirt. Je weniger warm um so weniger schwitzt man, je weniger man schwitzt, umso länger hält das Repellent. Und je länger das Repellent hält, umso weniger muß man sich in den Rauch des Lagerfeuers setzen oder selber eine rauchen. Da ich aber immer schwitze wie wild, trage ich z.B. das Repellent immer erst dann auf, wenn ich eine Pause mache und es damit wirklich brauche...

Etwas schlimmer sind da schon die Ameisen ... Es gibt Arten, die man zufällig in den Nacken bekommt, weil man an einem Ast wackelt, und andere, die ausgerechnet dort langgehen wollen, wo man seine wohlverdiente Pause einlegen möchte. Die meisten Ameisen verteidigen sich wenn sie irritiert werden durch das verspritzen eines ameisensäurehaltigen Sekretes sowie durch festes Zubeißen. Bei einigen Arten schwillt dann schon mal die betroffene Hand kräftig an. Für die meisten Reisenden sind aber diese Arten weniger unangenehm als die anderen, die sich während der nächtlichen Rast über Vorräte, Kleidung und die sämtliche Ausrüstung hermachen. Sie beissen in alles rein, was interessant riecht, und das ist nach einem langen Tag unterwegs selbst ein durchgeschwitztes T-Shirt, oder der Rucksack. Und ich habe auchschon von Ameisen angefressene Zelte gesehen...!

Aus diesem Grund, und weil man sehr bequem darin schlafen kann empfehle ich für einfach jede Übernachtung im Urwald die bewährte Hängematte. Es gibt verschiedene Modelle, je nach Art und Umfang des Einsatzes. Wenn man länger als 3 Nächte im Stück darin schlafen möchte empfehle ich der Bequemlichkeit halber auf die Gewichts- und Platzersparnis einer Maschenhängematte zu verzichten.
Der einfache Grund: nach einer Nacht, in der man schlecht geschlafen hat, marschiert es sich wesentlich schlechter. Zum montieren der Hängematte ist man gelegentlich darauf angewiesen neben einem natürlich gewachsenen Baum auch noch einen kleinen gefällten Baum in den Boden zu rammen.
Wenn man zu mehreren reist, sollten an einem in den Boden gerammten Baum in keinem Fall mehrere Hängematten befestigt werden. Zum einen gibt es ein schreckliches Geschaukele und zum anderen senken sich durch das losruckeln des eingebuddelten Stammes die Hängematten unweigerlich im Laufe der Nacht, so daß man mehrfach aufwacht und die Matten höherbinden muß, wenn man mit dem Hintern schon den Erdboden streichelt.

Zum Schlafen in der Hängematte empfiehlt es sich, sich warm einzupacken. Die Einheimischen benutzen einen Jogginganzug oder 1-2 große Handtücher, ich nehme immer einen Schlafsack (Temperaturtauglichkeit bis 25°) mit, auch wenn es komisch klingt. Aber die Temperaturen im Urwald können, vor allem nach einem stundenlangen Regen nachts durchaus von 30 auf 22° fallen, und bei 100% Luftfeuchtigkeit sind 22° sehr kalt!

Das größte und eines der wichtigsten Utensilien ist und bleibt der richtige Rucksack, auch für kleine Exkursionen sollte dieser einfach zu tragen sein (Hüftgurt, Brustgurt, Möglichkeiten zur Anbringung von Brusttaschen) und mit voller Bepackung in keinem Fall höher sein als der Kopf (man glaubt gar nicht, wieviele Bäume einem im Weg liegen können).

Und damit wären wir bei dem zumindest für mich wichtigsten Utensil, der Machete. Regelmäßig sorgt sie beim Sicherheitscheck für Verwunderung beim Abflug, beim Rückflug würdigt sie niemand eines Blickes...
Meine normalerweise mitgeführte Machete ist eine der kürzestzen die man finden kann (20") und immer dabei ist auch der Schleifstein, damit man sich nicht in den Bach bücken muß, wie es die Einheimischen machen (ist nicht sehr Bandscheibenschonend).
Ob man sie nun braucht, um jedes Rankengewächs das in Indianerhöhe über dem Weg wächst, dem Mitteleuropäer aber ein Bücken abverlangt zu kappen, oder um sich eine Erfrischung in Form einer frischen Kokosnuss zu öffnen, sie ist einfach ein unentbehrliches Universalwerkzeug.

An sonstigen Utensilien empfinde ich als nützlich: