Zwergkrallenfrösche

Bei den kleinerbleibenden Krallenfroscharten muß man unterscheiden zwischen den Vertretern der großwerdenden Gattung Xenopus, bei denen es auch kleinere Arten gibt (X. fraseri, X.gilli, X.muelleri) und der kleinbleibenden Gattung Hymenochirus, von der H. boettgeri in der Literatur regelmäßig auftaucht.

Die Gattung Xenopus taucht regelmäßig im Handel auf, wobei meist Jungtiere der Art X. laevis (12 cm), naturfarben oder als Albinos, angeboten werden. Desweiteren gibt es noch X. borealis (?? cm), X. clivii (?? cm), X. fraseri (5 cm), X. gilli (6 cm) und X. muelleri (6 cm). Von den Vertretern der Gattung Hymenochirus soll H. boettgeri die am häufigsten im Handel erhältliche Art sein (Daul 76, Herrmann 91), während Müller (91) H.curtipes als die öfter gehandelte Art angibt. Aber die Bestimmung ist bei dieser Gattung sehr schwierig. Beide Arten erreichen eine Körperlänge von 3,5 cm. Außerdem gibt es aus dieser Gattung noch die Art H. boulengeri. Die Gattungen laßen sich am Bau der Vordergliedmaßen unterscheiden: Hymenochirus trägt Schwimmhäute zwischen den Fingern (hymen = Häutchen + cheir = Hand), während die "Finger" der Xenopus Vordergliedmaßen nicht miteinander verbunden sind. Als weitere Gattungen gibt es Pseudhymenochirus, die man durch Besitz von Augenliedern identifizieren kann und die Gattung Silurana mit dem Vertreter S. tropicalis (ehemals X.t.).

Alle Krallenfrösche sind überwiegend wasserlebend und verlassen dieses in der Regel nur um den Lebensraum zu wechseln, dabei sind Hymenochirus stärker aquatil als Xenopus, also sollten die Aquarien gut verschloßen sein, damit ein Entweichen verhindert wird.

Im folgenden möchte ich mich überwiegen auf die Gattung Hymenochirus beschränken.

Die Tiere kommen bereits mit kleinsten Aquarien aus, da sie nicht sehr bewegungsfreudig sind. Sie "kriechen" meist langsam über den Beckenboden, ständig auf der Suche nach Futter. Die einzig hektische Bewegung, die sie regelmäßig machen ist das Luftholen. Außerdem lieben es die Fröschchen sich auf höher liegenden Pflanzenblättern hinzulegen und auszuruhen. Wenn sie satt sind ziehen sie sich gerne in ein Versteck zurück, z.B. unter ein Stück Moorkienholz oder aber auch in einen dichten Busch Javamoos.

An die Wasserbeschaffenheit stellen sie keine größeren Ansprüche, nur wenn es zu sehr belastet ist versuchen sie es zu verlaßen. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 30 Grad betragen. Die Beckeneinrichtung kann genau wie für ein mit Fischen besetztes Aquarium erfolgen, da die Tiere wegen ihrer geringen Größe keine Pflanzen beschädigen oder ausgraben.

Als Futter nehmen die Tiere alles Lebende, was sie bewältigen können (also auch neugeborene Guppys etc. bis unterhalb von Zwergbärblingen) und die meisten Frostfuttersorten, getrocknete Tubifex und Mückenlarven und, nach einiger Eingewöhnung unter Umständen auch Trockenfutterflocken. Beim Fressen sind die Tiere aber recht bedächtig, so daß sie nicht unbedingt mit gierig fressenden Fischen vergesellschaftet werden sollten.

Bei guter Pflege werden die Tiere so bis zu fünf Jahren alt. Mit etwas Glück hat man beim Erwerb von mehreren Tieren auch ein Pärchen dabei und kann über die Simulation tropischer Regenschauer an sonnigen Frühlingstagen auch das Balzverhalten auslösen (nicht immer muß man sich diese Mühe machen...). Dabei stoßen die Männchen schnarrende oder trillernde Rufe aus und wenn das Weibchen mitmacht wird es anschließend im Hüftbereich umklammert. Die Tiere schlagen dann etliche Purzelbäume (50 bis 100 mal) und geben dabei bis zu 1000 Eier ab. Diese entwickeln sich sehr schnell, so daß teilweise schon nach 24 Stunden die Kaulquappen geschlüpft sind. Zur Ernährung muß man immer große Mengen an Lebendfutter zur Verfügung haben, da Hymenochirus-Kaulquappen im Gegensatz zu Xenopus reine Fleischfresser sind. Sie entwickeln sich innerhalb von 35 bis 70 Tagen zu vollentwickelten Bonsai-Zwergkrallenfröschchen von 1 cm Länge.

Wegen ihrer Anspruchslosigkeit und des lustigen Verhaltens, daß man am besten im sonnig aufgestellten Aquarium beobachten kann, sind Zwergkrallenfrösche umeingeschränkt für das Becken mit kleinen bis mittelgroßen Fischen, oder auch fürs Artenbecken zu empfehlen.

Literatur: