Herkunft des Namens RECKEL


In einem Lexikon des 18. Jahrhunders (Universallexicon Deyßigster Band, Johann Heinrich Zedler, Leipzig und Halle, 1741) findet man unter Reckel (auch Reckling, Reff oder Rachius) einen luftgetrockneten oder geräucherten Fisch, der aus Norwegen nach Deutschland gebracht wurde.

Der Physiker und Schriftsteller Georg Christoph Lichtenberg führt in seinen Sudelbüchern in der Zeit von 1773-1775 unter den Schimpfwörtern wie Flegel, Bengel, Tölpel auch den Namen Reckel auf (G. C. Lichtenberg, Vermächtnisse, Rowohlt Taschenbuch, Deutsche Literatur, Band 41, Hamburg 1972).
Ob dieses auf einschägige Erfahrungen mit einem der Reckel's in Göttingen zu tun hat, wo Lichtenberg eine aktive Schaffensperiode hatte?

In den vergangenen Jahrhunderten wurde der Name je nach Lust und Laune von den Pastoren oder Amtsschreibern recht unterschiedlich geschrieben, so findet man auch: Rekel, Rekell, Räkel, Räkell, Rekell, Räkel.

Frau Anna Reckel bekam in früheren Zeiten von einem Marburger Professor die Namenserklärung Reckel sei "der im Rate sitzende".

Eine Abstammung vom Begriff "Reck oder Recke", von der Bedeutung her einerseits der starke Kerl oder andererseits der Flüchtling, wird angezweifelt, zumindest sind dafür noch keine Belege bekannt.
Der Romanschriftsteller A.E.J. Wollschläger veröffentlichte im Jahre 1984 einen Roman mit dem Titelhelden Hans Reckel, in der Meinung, den Namen Reckel gäbe es nicht real. Ihm schwebte bei der Wahl die Verkleinerung des Wortes "Recke" vor.

Die älteste urkundliche Erwähnung eines Reckels finden wir in der sogenannten Calenberger Musterrolle von 1585. Wir verdanken ihre Entstehung der Musterung die Herzog Julius von Braunschweig und Lüneburg in Verbindung mit der von ihm befohlenen Erbhuldigung halten lies. In dem kleinen Dorf Evensen in den Trögen (nahe Hardegsen bei Göttingen) wird in dieser Zeit ein Hans Rekels verzeichnet, 30 Jahre alt, mit einem Federspieß als Waffe. In einer anderen Urkunde wurde er damals schon Reckel geschrieben. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß besagter Hans Reckel der Stammvater aller Reckel aus Ossenfeld/Klein Wiershausen bei Göttingen ist.

Im Göttinger Raum treten in der Zeit um 1585 auch noch die Namen Rekelinghusen, Rekelhausen und Rekelken auf, die auf eine Verbindung mit dem Ort Recklinghausen hindeuten. Eine Entstehung des Namens Reckel aus dem Ort Recklinghausen ist aber für die uns bekannten Reckels nicht belegbar, zumal auch das parallele Vorkommen beider Namen im Göttinger Raum, und zeitgleich im Harz sowie um Wolfsburg dieses nicht sehr wahrscheinlich macht.
Prof. Dr. Geck beschreibt allerdings in einem Aufsatz 1962 einen Recklinghäuser Auswanderer als Begründer der Husumer Familie Reckel.


In der Gegenwart finden wir Namensträger Reckel über ganz Deutschland verteilt. Die gesellschaftliche Mobilität hat sie bereits vor 100 Jahren von ihren Heimatorten aus in die verschiedensten Regionen Deutschlands auswandern lassen. In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg verstä:rkte sich diese Bewegung nochmals.
Die ursprünglichen, belegten Vorkommen sind:

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